Unverhofft kommt oft

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Ein unerwartetes Visaproblem 
Fast zwei Monate waren wir schon im Land, diesmal mit unserem Baby. Endlich hatten wir einen Rhythmus gefunden, als die Nachricht kam: „Es gibt Probleme mit Beas und Josuas Visum. Ihr Antrag auf Visumsverlängerung wurde abgelehnt.“ 

Die Botschaft in Deutschland hatte bei der Visumsvergabe von Frau und Kind einen Fehler in der Visumskategorie gemacht, der weder uns noch unserer NGO aufgefallen war. So hatten wir zwei Optionen: entweder wir blieben, beantragten die Änderung der Visumskategorie im Land und zahlten für beide Familienmitglieder einen gewissen Betrag Strafgebühr (der sich nach drei Monaten verdreifachen würde) für jeden Tag bis der Änderungsantrag durch war, oder wir verließen das Land und starteten den Prozess von Neuem. 

Nachdem wir eine Nacht darüber geschlafen hatten, rechneten wir verschiedene Szenarien durch und kamen schnell zu der Erkenntnis, dass Bleiben keine wirkliche Option für uns war. Da niemand vorhersagen konnte, wie lange der Prozess im Land dauern würde, würde es sehr wahrscheinlich unbezahlbar werden. Gleichzeitig war es auch keine echte Option, unserem Kleinen die lange Reise nach Deutschland zuzumuten, und auch dies wäre finanziell schwierig geworden. Die beste Option schien uns, in ein naheliegendes Land zu reisen, von dem aus wir die Visa in Deutschland irgendwie erneut beantragen könnten. 

Viele Puzzleteile greifen ineinander 
Kollegen von uns schreiben regelmäßige Rundbriefe, in denen genaue Daten ihrer anstehenden Termine notiert sind. So erfuhren wir, dass die Kollegin plante, von Thailand nach Deutschland und zwei Wochen später wieder zurückzukehren, falls es der gesundheitliche Zustand ihrer Mutter zuließe. Terminlich passte es perfekt und da Matteo kurz vor Abflug seinen Pass mit gültigem Visum erhalten hatte, reisten wir gemeinsam nach Thailand, um besagter Kollegin unsere Pässe und Dokumente mitzugeben. 

Diese schickte alles zur Botschaft, Beas Vater reiste nach Berlin, um persönlich um eine schnelle Bearbeitung zu bitten (diese dauert in der Regel drei Wochen), Matteos Vater erhielt die Pässe mit richtiger Visumskategorie in derselben Woche (!) und übergab sie unserer Kollegin, die – wie erhofft – zurückfliegen konnte. 

Gottes Führung im Rückblick 
Rückblickend können wir nur staunen, wie Gott auf den verschiedensten Ebenen wirkte und eine ungünstige Situation zum Guten wendete. Unser Plan hätte an vielen Stellen schief gehen können, doch Er hatte für das perfekte Timing gesorgt. Wir sparten nicht nur sehr viel Geld, sondern konnten in Thailand unseren Sohn auch gegen Masern impfen lassen, was aufgrund des Ausbruchs in unserem Land wichtig, aber nicht möglich gewesen war. 

Wir sind berührt von dem Einsatz vieler Menschen, die den gesamten Prozess im Gebet begleiteten, aktiv mit dazu beitrugen, dass es klappte, und uns ihre Unterstützungsbereitschaft auf vielfältige Weise zeigten. Gott hatte uns eine kleine Pause zugedacht, und so konnten wir ganz unverhofft unseren ersten wunderschönen Familienurlaub auf einer kleinen thailändischen Insel am Meer genießen und seine Güte hautnah erleben. 

Die Autorin Bea lebt mit Ehemann Matteo seit 2021 in Asien und arbeitet mit vulnerablen Kindern und Jugendlichen. Ihr kleiner Sohn Josua hält sie täglich auf Trab. (Namen geändert)

Foto: Symbolbild