Hauswirtschaft und Mission – wie passt das zusammen?
Meine Aufgaben in der Hauswirtschaft tragen mit dazu bei, in der Eppsteiner Zentrale eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich unsere Mitarbeiter und Missionare im Heimataufenthalt wohlfühlen können. Dazu gehört auch, dass wir jeden Tag mit Gebet für unsere Missionare weltweit beginnen.
Worin bestehen deine Aufgaben in der WEC-Zentrale?
Zu den Aufgaben gehören neben Kochen und Backen alle anfallenden Reinigungsarbeiten in den Häusern, einschließlich des gesamten Bürogebäudes. Die Gästewohnungen müssen vorbereitet und bei Abreise wieder gereinigt werden. Wäsche muss gewaschen und gemangelt, der Belegungsplan und die Essensliste aktualisiert werden. Auch die Planung der Mahlzeiten, die Erstellung von Einkaufslisten und des Wochenarbeitsplans sowie der Einkauf von Lebensmitteln und Reinigungsmaterial gehören dazu.
Du hast u. a. unsereBFD’ler* betreut. Was hat dir daran gefallen?
Es hat mir viel Freude bereitet, den BFD’lern Fertigkeiten in der Hauswirtschaft zu zeigen, z. B. in der Küche verschiedene Schneidetechniken von Gemüse, Mengenkalkulation, selbstständig eine Mahlzeit nach Rezept zuzubereiten, die 4- fache Menge auszurechnen und dabei die Zeit im Blick zu behalten. Auch der Umgang mit Reinigungsmitteln musste oft erst gelernt werden. Es war schön zu erleben, wie sie immer selbstständiger wurden. Wir haben auch viel miteinander gelacht!
Was denkst du, wenn du nun auf 5Jahre Hauswirtschaft in der WEC-Zentrale zurückblickst?
Gott hat mir diesen Platz in Eppstein geschenkt! Als ich 2021 angefangen habe, war gerade ein strenger Lockdown wegen Corona. Jeder holte sich mit seinem eigenen Teller das Essen ab, gemeinsame Mahlzeiten gab es nicht. Das ist zum Glück vorbei. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die mit Jesus eng verbunden sind. Besonders auch die jungen Menschen bei der STO (Orientierung für Kurzzeitler) und später beim Re-entry (Rückkehrer-Wochenende) zu erleben, war sehr ermutigend für mich.
Gibt es eine Veranstaltung in der WEC-Zentrale, die dirganz besonders in Erinnerung geblieben ist?
Die Missionstage und die Prayer Night.
Inwieweit trägt deine Arbeit dazu bei, dass unerreichte Völker von Jesus Christus hören?
Dadurch, dass Missionare auf der Durchreise hier neue Kraft schöpfen können und dass ich für sie bete.
Im Sommer gehstdu in den Ruhestand – was wirst du vermissen? Auf was freust du dich?
Vermissen werde ich das gemeinsame Gebet und für viele Personen kochen zu können. Ich freue mich, mehr Zeit mit meinem Mann zu verbringen und auch für meine Hobbys Zeit zu haben.
Hast du noch etwas, was du dem Leser gern mitteilen möchtest?
Immer wieder erzählen Gäste, dass sie in der Missionszentrale spürbar Gottes Gegenwart wahrnehmen. Es ist mehr als eine angenehme Atmosphäre – es ist etwas Tieferes.
Auch mich haben unabhängig voneinander Bekannte angesprochen und gesagt:
„Man sieht dir richtig an, dass dir der WEC guttut.“
Oder: „Du strahlst ja richtig – so schön habe ich dich gar nicht in Erinnerung.“
Das sind für mich Hinweise darauf, dass hier etwas Kostbares gegenwärtig ist.
Der wahre Schatz, den wir hier in Eppstein haben, ist Gottes Gegenwart selbst.
*Menschen, die einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren
Ingrid Gissel wohnt in Bad Camberg und arbeitet als Hauswirtschafterin in der Missionszentrale. Eine ihrer Leidenschaften ist Sandmalerei.