Multikulti – wie geht das eigentlich?

Multikulti Internationales Team
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WEC International besteht aus Mitarbeitenden aus rund 80 Nationen, noch mehr Sprachen und einem breiten Spektrum persönlicher, kultureller und theologischer Prägungen. Trotzdem arbeiten diese Menschen weltweit gemeinsam daran, die gute Nachricht von Christus weiterzugeben. 
Wie kann solch ein bunter Mix gelingen? 

Drei Schlüsselprinzipien geben Orientierung: KommunikationLoslassen von Eigenem und Christus als Mitte.

1. Kommunikation – Grundlage für echtes Verstehen
In multikulturellen Teams wird Zusammenarbeit schnell herausfordernd: verschiedene Muttersprachen, unterschiedliche Kommunikationsstile und zahlreiche Erwartungen treffen aufeinander. Während einige Kulturen Probleme direkt und lösungsorientiert ansprechen, legen andere mehr Wert auf Beziehungsaspekte oder die Hierarchie der Gesprächspartner. 
Bevor man sich einigen kann, muss man einander verstehen. Daher lohnt es sich zu fragen:

  • Welche Gefühle oder Werte prallen aufeinander? 
  • Wie drückt der andere Liebe, Respekt oder Wahrheit aus? 
  • Und was hat im Konflikt den höheren Stellenwert – Harmonie oder Klarheit? 

Jesus erinnert in Matthäus 18,19 an die Verheißung der Einheit. Aber Einigung beginnt mit Verstehen. 

Praxisbeispiel: 
Bei einer Konferenz fragte ich Teilnehmende, welche Werte ihnen in Gesprächen wichtig sind. Die Antworten reichten von „respektvoll“ über „klar“ bis „wohlwollend“. Für viele war es ein Aha-Moment, wie unterschiedlich Kommunikationswerte sein können – und dass Missverständnisse oft genau hier anfangen. 

2. Eigenes loslassen – Raum für das gemeinsame Ziel
Paulus beschreibt in Philipper 2,3–4 Demut als das Bestreben, den anderen höher zu achten als sich selbst. 
Das bedeutet nicht Gleichmacherei, sondern Bereitschaft, dem Gemeinsamen Vorrang zu geben. 
Hilfreiche Fragen sind: 

  • Wo halte ich an meinen Vorstellungen, meinem Stil oder meinem „Recht“ fest? 
  • Reagiere ich aus Angst, Kontrolle zu verlieren?
  • Welche Rolle spielt meine Herkunftskultur? 

Einheit entsteht, wenn Menschen bereit sind, eigene Vorlieben loszulassen, um gemeinsam voranzugehen.

3. Christus als Mitte – die Kraftquelle echter Einheit
Galater 2,20 beschreibt Christus als die Quelle unseres Glaubenslebens. Im WEC erleben wir täglich: Multikulti funktioniert nur, wenn Christus im Zentrum steht. 
Er prägt Denken, Reden und Handeln – befähigt zum Zuhören, zur Demut und zur Liebe. So können Beziehungen von Vertrauen getragen sein, auch wenn Meinungen verschieden sind. Wir feiern Zugehörigkeit zu einer weltweiten Familie, ohne überall gleich denken zu müssen. 
In Johannes 17 betet Jesus für die Einheit seiner Nachfolger. Genau daran soll die Welt erkennen, dass wir zu ihm gehören. Multikulturelle Gemeinschaften können so zu einem kleinen Vorgeschmack auf den Himmel werden.


Ina und Wolfgang Pfau lebten bisher auf 3 Kontinenten; zurzeit mal in Deutschland, mal in Thailand. – Von jeder internationalen Reise dazwischen bringen sie Kühlschrankmagnete mit.