Drei Kinder
Wir haben drei Kinder. Zwei von ihnen leben in der Mission. Mit 13 Jahren schrieb Simon einem Missionsleiter: „Wie kann ich Missionspilot werden?“ Die Antwort lautete: „Mach deine Schule fertig.“ Das tat er. 2003 ging er nach Mikronesien, mit dem Ziel, später als Missionspilot zu dienen. Sein Weg war geprägt von Glauben und Leid: 2019, drei Monate nach seiner kirchlichen Hochzeit, wurde seine Frau Rachelle durch einen Auftragsmord getötet. Simon lebt derzeit in den USA und sorgt für seine Pflegetochter von der Insel Yap.
Auch bei unserer Tochter Rahel zeigte sich schon im frühen Kindesalter, in welche Richtung ihr Weg gehen würde. Auf die Frage nach ihrem Berufswunsch antwortete sie: „Missionarin.“ Seit 2018 lebt sie diesen Ruf in Timor-Leste.
Unser zweiter Sohn sagte einmal: „Ich will auch in den geistlichen Dienst gehen.“ Momentan führt sein Weg in eine andere Richtung.
Unsere Kinder gehören Gott.
Ist Mission vererbbar? Unsere Antwort ist: nein. Wenn Mission nicht vererbbar ist, warum gingen dann zwei unserer Kinder ins Ausland? Haben wir ihnen Vorträge über Mission gehalten oder sie von einer Konferenz zur nächsten geschleppt, damit sie Gottes Ruf hören? Nein!
Wir freuen uns, dass sie in die Mission gegangen sind. Doch unser Gebet war in erster Linie, dass sie eine lebendige Beziehung zu Jesus haben und IHN von Herzen lieben.
Wer bei einer medizinischen Diagnose von nur zwei Prozent Wahrscheinlichkeit drei Kinder bekommt, weiß: Sie sind ein Wunder Gottes. Sie gehören IHM. Vom ersten Atemzug an legten wir sie in SEINE Hände: „Es sind DEINE Kinder. Du bestimmst ihren Weg – auch in die Mission.“
Vorbild und Prägung
Ist Mission vererbbar? Kinder beobachten, was ihre Eltern lieben. Wir waren gerne in Afrika in der Mission, und auch in Deutschland prägten Weltmission und die Unterstützung von Missionaren unser Leben.
Was in uns als Eltern Wirklichkeit ist, schafft eine Atmosphäre, in der unsere Kinder mit Mission vertraut werden. Wenn Mission zu unserer Identität wird, geben wir weiter, was wir leben, lieben und unterstützen – und das nicht nur als Ideal, sondern in unserer Menschlichkeit, mit Schwächen und auch in unserem Versagen.
Damit ist der Weg unserer Kinder jedoch noch nicht vollständig beschrieben. Es gab weitere wichtige Bausteine wie Berichte, Hörspiele und Begegnungen, die ihr Leben tiefgreifend geprägt haben.
Unser Fazit: Gott selbst beruft
Ist Mission vererbbar? Nein, so lässt sich Mission nicht erklären. Wie Psalm 44,4 deutlich macht, waren Gottes Macht, Gottes Eingreifen und Gottes Handeln entscheidend. So lag auch der Weg unserer Kinder in SEINER Hand. Was sie auf diesen Weg der Mission führte, kam von Gott. Es war SEIN Ruf, der ihre Herzen bewegte. Am Ende bleibt diese eine Wirklichkeit: ER allein ist der Herr der Mission. ER beruft. ER sendet. ER führt.
Beate und Harald Hämmerling blicken auf 50 Jahre kostbare Ehe und 50 Jahre gemeinsamen Dienst in der Mission Gottes zurück.
Foto: privat