Generationenübergreifende Missionsarbeit – gibt es überhaupt etwas anderes?

Generationen
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Bevor ich nach Mecklenburg gezogen bin, war ich in einer größeren Gemeinde im Stuttgarter Raum. Dort war es selbstverständlich, dass Dienste generationenübergreifend stattfanden. Die Jugend gestaltete Programme für die Senioren, in den Kinderkreisen brachten Jüngere und Ältere gemeinsam ihre Gaben ein – und selbst beim Putzdienst arbeiteten alle Altersgruppen zusammen. Ähnliche Strukturen habe ich auch in anderen Gemeinden erlebt, in denen ich zuvor war. Von daher kenne ich persönlich bisher keine christliche Arbeit, die nicht alle Generationen mit einbezieht. Gleichzeitig halte ich dieses Prinzip nicht nur für sinnvoll, sondern für absolut notwendig – und zutiefst biblisch.

Warum nicht einfach auf eine Altersgruppe fokussieren? 
Natürlich kann es Vorteile haben, sich auf eine bestimmte Altersgruppe zu konzentrieren. Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene sind oft offener für das Evangelium und leichter erreichbar. Man könnte denken, dass man so schneller seine Ziele, z. B. bei einer Gemeindegründung, erreicht. Doch dieser Ansatz greift meiner Ansicht nach zu kurz. Gerade bei Kindern und Jugendlichen gehören immer auch Familien und familiäre Strukturen dazu. Und selbst wenn wir uns zunächst nur auf junge Erwachsene konzentrieren: Sie werden unweigerlich älter. 
Die Bibel zeigt deutlich, dass Gottes Volk immer als Ganzes gedacht ist. Im Alten wie im Neuen Testament wird der Glaube bewusst von Generation zu Generation weitergegeben: „Eine Generation rühmt der anderen deine Werke“ (Psalm 145,4). „Du sollst sie deinen Kindern einschärfen“ (5. Mose 6,7). „Die älteren Frauen sollen die jüngeren lehren“ (Titus 2,3–5).
Mission und Jüngerschaft waren nie auf eine Altersgruppe beschränkt.

Ein persönliches Beispiel
Der erste christliche Dienst, durch den ich geistlich wachsen durfte, war eine Arbeit unter Kindern in einem sozial sehr schwierigen Umfeld. Die Eltern schickten ihre Kinder zu uns, weil sie sagten, wir seien die Einzigen, die mit ihnen klarkämen – auch wenn ich das damals kaum glauben konnte.
Doch neben der Arbeit mit den Kindern hatten wir viele Gespräche mit den Eltern, weil wir die Kinder abholten und wieder nach Hause brachten. Es war ein Dienst über mehrere Generationen hinweg. Nach einigen Jahren entstand aus dieser Arbeit eine Gemeinde – und auch sie arbeitete selbstverständlich generationenübergreifend.
Aktuell bin ich Teil eines überwiegend jüngeren Teams in einem Gemeindegründungsprojekt in Neustrelitz. Ab September werde ich dies als Rentner tun. Den Austausch und die Zusammenarbeit empfinde ich als große Bereicherung. Sicherlich würde ich einige Dinge aus meiner Perspektive anders angehen, und manches ließe sich für mich vielleicht einfacher klären. Doch gerade die Vielfalt der Blickwinkel empfinde ich als äußerst wertvoll.

Fazit
Generationenübergreifende Missionsarbeit ist kein organisatorisches Modell, sondern ein biblisches Grundprinzip. Sie verbindet Erfahrung und Tatkraft, erreicht ganze Familien und baut Gemeinden, die langfristig stabil und fruchtbar sind. Es gibt kaum etwas, das missionarisch so kraftvoll ist, wie das gemeinsame Dienen von Jung und Alt.


Reinhold Schneider, Heilpädagoge, lebte lange Jahre in Stuttgart und arbeitet nun in einer Gemeindegründung in Neustrelitz mit. Als Ausgleich geht er regelmäßig Outdooraktivitäten nach
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Hinweis: Es handelt sich um ein Symbolbild.