Nun ist es so weit. Nach 13 Jahren in Kambodscha hieß es für uns Abschiednehmen, um nach Deutschland zurückzukehren. Im Juni flogen wir ab, ab Januar 2027 werden wir Teil des Leitungsteams von WEC Deutschland sein.
Abschied bewusst gestalten
In all den Jahren haben wir in Kambodscha viele Menschen kommen und gehen sehen. Daraus haben wir gelernt und für uns entschieden, den Abschied bewusst zu gestalten. So sind wir bereits im Februar in eine kleine möblierte Wohnung gezogen und haben zuvor fast unseren gesamten Hausstand verkauft. Das half uns, in den letzten Wochen Zeit und einen freien Kopf zu haben, um uns gut verabschieden zu können.
Wir befanden uns zudem in der besonderen Situation, dass wir rund anderthalb Jahre Zeit hatten, uns auf diesen Schritt vorzubereiten. Im Sommer 2025 konnten unsere Kinder bereits unsere zukünftige Wohnung in Eppstein kennenlernen, ihre neuen Schulen und den Kindergarten besuchen und einen ersten Eindruck von der Umgebung gewinnen.
Vorbereitung mit Herz und Verstand
Ein wichtiger Teil der Vorbereitung war das Treffen mit Annette, die bei WEC Deutschland für Missionarskinder zuständig war. Gemeinsam sprachen wir sehr kindgerecht und spielerisch über die bevorstehenden Veränderungen. Dabei ging es auch um den Gedanken, dass Gott uns nur dann neue gute Dinge schenken kann, wenn wir bereit sind, Altes loszulassen.
So haben wir über einen längeren Zeitraum in einem Notizbuch festgehalten, worauf wir uns in Deutschland freuen und was wir an Kambodscha vermissen werden. Beides hält sich erstaunlich gut die Waage.
Trauer hat viele Gesichter
Trotz aller Vorbereitung waren wir als Familie schon im Vorfeld sehr traurig, unser Leben in Kambodscha zurückzulassen. Wir werden sicher unsere Freunde, unsere Gemeinde, unser Team, die Schule, unsere Aufgaben, das Mopedfahren, die leckeren Früchte und vieles mehr vermissen.
Diese Trauer zeigte sich bei jedem von uns anders. Eine unserer Töchter reagierte mit Traurigkeit, Bauchschmerzen und dem klaren Wunsch, nicht gehen zu müssen. Die andere wirkte nach außen stark, verarbeitete den Abschied aber ebenfalls intensiv – unter anderem dadurch, dass sie fleißig Abschiedsgeschenke bastelte. Jeder brauchte etwas anderes, und jedem Einzelnen gerecht zu werden, erforderte Zeit, Aufmerksamkeit und Fingerspitzengefühl.
Abschiede und Ausblick
Wir führten eine Liste mit Dingen, die wir hier noch einmal gemeinsam erleben wollten. Im Mai nahmen wir uns bewusst Zeit, um Abschied von den Menschen zu nehmen, die uns wichtig sind.
Gleichzeitig standen wir schon in Kontakt mit dem Team in Eppstein, das unsere zukünftige Wohnung sanierte. Das steigerte die Vorfreude auf das neue Zuhause – ein wilder Mix an Emotionen für uns alle.
Bitte betet in den kommenden Wochen für uns: für ein gutes Einleben in Deutschland, für unsere Töchter in Schule und Kindergarten, für neue Freundschaften, eine Gemeinde als geistliche Heimat und dass die Missionszentrale auf Hof Häusel bald wirklich unser Zuhause wird. Gute Vorbereitung ist wichtig – doch letztlich kann nur Gott all das schenken.
Danilo und Hanna Groß lebten mit ihren drei Töchtern in Kambodscha. Sie lieben Jesus, Menschen, Reisen und Neues zu entdecken, tropische Früchte, Planen, Physiotherapie, Details und chaotischen Verkehr.
Foto: privat